Wenn selbst der weltweit größte Bitcoin-Dead-Long-Investor mit Verlusten verkauft, kannst du deine BTC dann noch halten?
Am 10. August reichte Strategy ein Dokument bei der SEC ein.
Die Daten sind schmerzhaft:
Vom 3. bis 9. August wurden 1.690 Bitcoin verkauft, zum Durchschnittspreis von 64.262 USD, was 108,6 Millionen USD einbrachte.
Das gesamte Geld wurde zum Rückkauf von STRC-Vorzugsaktien verwendet.
Das ist nicht das erste Mal. Innerhalb von sechs Wochen wurden insgesamt 6.916 BTC verkauft, im Wert von 429 Millionen USD.
Der kumulierte Verlust beträgt etwa 93,12 Millionen USD.
Und wie hoch waren ihre Anschaffungskosten?
75.385 USD pro Stück.
Jetzt schwankt BTC um die 65.000 USD.
Bei jedem Verkauf eines Coins entsteht ein Verlust von 11.000 USD.
Der Mann, der einst sagte „Ich verkaufe niemals“, schneidet sich gerade ins Fleisch.
Aber die andere Seite der Geschichte ist –
Manche verkaufen massiv, andere kaufen wie verrückt ein.
Strive hat im zweiten Quartal 6.236 BTC zugekauft.
In der ersten Jahreshälfte wurden insgesamt 12.237 BTC gekauft.
Der Gesamtbestand stieg auf 20.167 BTC.
BitMine hat im Juli seine ETH-Bestände weiter ausgebaut und gleichzeitig Aktien zurückgekauft.
Ein Unternehmen verkauft, zwei kaufen.
Die Logik der Unternehmensschatzkammern wandelt sich von der einseitigen Erzählung „nur kaufen, nicht verkaufen“ hin zu einer neuen Phase mit „Zukauf, Verkauf, Rückkauf und Liquiditätsmanagement gleichzeitig“.
Warum verkauft Strategy also?
Weil das Geld knapp ist.
Im zweiten Quartal gab es einen Nettoverlust von 8,2 Milliarden USD.
Der Handelspreis der STRC-Vorzugsaktien liegt dauerhaft unter dem Nennwert von 100 USD, die Ausgabe neuer Anleihen zur Finanzierung ist gescheitert.
Die Dollarreserven müssen auf 4,65 Milliarden USD aufgefüllt werden.
Dividenden für Vorzugsaktien müssen gezahlt, Zinszahlungen für Schulden bedient werden.
Früher kaufte man BTC mit Aktienemissionen, jetzt verkauft man BTC, um Rechnungen zu begleichen.
Ende Juni genehmigte der Vorstand den Verkauf von bis zu 1,25 Milliarden USD in Bitcoin.
Bis jetzt wurden erst 430 Millionen USD verkauft.
Es bleiben noch über 800 Millionen USD Verkaufsvolumen, die langsam abgewickelt werden können.
Was wirklich zum Nachdenken anregt, ist nicht, wie viel Strategy verloren hat.
Sondern dass die Erzählung der „Unternehmens-Bitcoin-Schatzkammer“ neu definiert wird.
Woran glaubte der Markt früher?
„Unternehmen kaufen BTC = Unternehmen sind bullish auf BTC = BTC wird steigen."
Die Logik war einfach und direkt, aber effektiv.
Und jetzt?
Unternehmen können gleichzeitig kaufen, verkaufen, Aktien zurückkaufen und Liquidität auffüllen.
Kaufen ist ein Werkzeug, verkaufen auch.
BTC auf der Bilanz eines Unternehmens wandelt sich von einem „Glaubensvermögen“ zu einem „Liquiditätsinstrument“.
Das ist nicht unbedingt schlecht, aber definitiv anders als früher.
Um ehrlich zu sein –
Die Unternehmensschatzkammer wandelt sich von einer „Einbahn-Pumpe“ zu einem „zweiseitigen Regelventil“.
Was bedeutet das für den Markt?
Die gute Nachricht: 840.447 BTC sind noch bei Strategy, das sind 4 % des gesamten BTC-Angebots. Der Großteil bleibt unberührt.
Die schlechte Nachricht: Wenn sich das Finanzierungsumfeld weiter verschlechtert, wird ein Teil dieser 4 % langsam zum Verkaufsdruck auf dem Markt.
Noch interessanter ist: Werden andere BTC-haltende Unternehmen folgen?
Strive kauft, BitMine kauft, aber Hyperscale Data verkauft, und auch Trumps Medien reduzieren ihre Bestände.
Die Uneinigkeit unter Unternehmen wird zu einem Bullen-Bären-Kampf am Markt.
Zum Schluss drei Fragen an dich:
Erstens, wenn Strategy weiter verkauft, gerätst du dann in Panik?
Zweitens, wenn Strive und BitMine weiter kaufen, springst du dann auf den Tiefstkurs auf?
Drittens, wenn „niemals verkaufen“ zu „verkaufen, wenn nötig“ wird, wie viel Glauben hast du dann noch an Bitcoin?
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